Segen to go

Maria_ohne_HaendeDie Schriftstellerin und Essayistin Annika Reich hat sich von der spirituellen Meisterin Amma aus Indien umarmen lassen. Über diese Erfahrung berichtet sie unter der Überschrift „Segen to go“ sehr eindrucksvoll auf dem Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: bitte hier klicken. Ihre Frage „Was bedeutet es für die Welt, in der wir leben, wenn in Berlin Tausende Schlange stehen, um umarmt zu werden?“ ist damit aber noch längst nicht beantwortet. Oder liegt die Antwort tatsächlich auf der Hand: California Früchte! Vielleicht lautet sie aber auch: Rituals, Home and Body Cosmetics („inspiriert durch Diwali, das jahrhundertealte Fest der Lichter“). Ja, doch! Sinnhaftigkeit kann man überall suchen. In der Turnhalle, im Badezimmer, im Internet oder im Wald. Wir entkommen uns nicht. Und alles kann ein Segen sein, im Sinne von Zeichen. Man muss sich halt die Zeit nehmen, danach zu suchen. Und daran glauben. Oder wenigstens mal kurz darüber nachdenken. Wer man ist. Was man will. Was das alles soll. In einer Zeit, in der Rituale immer mehr verschwinden, bastelt man sich halt selber was zusammen. Von allem nur das Beste. Dass sich nun deutlich mehr Menschen zum Umarmen anstellen als in der Kirche auf den Abschlusssegen des Pfarrers zu warten, ist jetzt wirklich keine Überraschung. Ein Gottesdienst ist so durchritualisiert, dass ihn viele schon gar nicht mehr verstehen. Wenn man sich der ganzen Sache auch nicht so sicher ist, kann das quälend sein. Alleine das Glaubensbekenntnis aufzusagen, erfordert ja doch eine gewisse Verbindlichkeit. Wieviel einfacher und sinnlicher ist da eine Umarmung. Annika Reich hat das während ihrer Begegnung mit Amma alles sehr genau beobachtet: „Die Menschen fühlen sich wohl in einer Gemeinschaft, die sich auf nichts einigen muss, außer auf die Suche nach Trost.“ Ja. Dafür würde ich sie sehr gerne in den Arm nehmen.

Foto: Maria ohne Hände. Gesehen im Augustiner Museum Freiburg.

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